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Lohnt sich eine literarische Agentur?

  • Autorenbild: Rena
    Rena
  • 14. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Literarische Agenturen unterstützen Autorinnen dabei, ihre Werke bei Verlagen zu platzieren und vertreten ihre Interessen.


Dafür bekommen sie in der Regel 15–20 % der Einnahmen.


Wenn eine Autorin oder ein Autor also beispielsweise 10.000 € Vorschuss erhält, gehen davon bis zu 2.000 € an die Agentur. 😱


Ziemlich viel, oder?


Deswegen sind viele unsicher, ob sich eine Agentur überhaupt lohnt. Wenn es nur darum geht, dass das Manuskript zum Verlag kommt – sollte man dann nicht besser selbst überall sein Manuskript einschicken, um den gesamten Vorschuss für sich zu haben?


Ganz so einfach ist es leider nicht.


Um eine Entscheidung treffen zu können, fasse ich nun mal die wichtigsten Punkte zusammen, die eine literarische Agentur leistet. Dann kann jeder überlegen, ob sich das für einen persönlich lohnt oder nicht.



1. Verhandlungsmacht und Branchenwissen der literarischen Agentur


Verhandlungen mit Verlagen sind tatsächlich sehr komplex. Es geht nicht nur um die Höhe des Vorschuss, sondern auch um Tantiemenstaffelungen und Nebenrechte (z. B. Film, Audio, Buchclub, Lizenzhandel). Und dann kommen noch viele weitere kleine Punkte wie Freiexemplare, Rücktrittsklauseln und Abgabetermine hinzu, ja sogar die sogenannte Verramschung (die ein wenig mein Herz gebrochen hat, als ich das Wort im Vertrage gelesen hebe) wird im Vertrage geregelt.


Eine Agentur verhandelt diese Punkte täglich. Sie weiß, welche Standards es gibt, welche Grenzen verhandelbar sind und was Autor:innen realistisch verlangen können.


Weißt du das auch?


Durch die vielen betreuten Autor:innen hat die Agentur Vergleichswerte aus dutzenden Projekten.



Gerade die größeren Agenturen verfügen zudem über vorverhandelte Rahmenverträge mit Verlagen, die zugunsten der Autor:innen formuliert sind. Das spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern sichert auch Konditionen, die man allein kaum aushandeln könnte.


Ein fiktives Beispiel zur Veranschaulichung:


Nehmen wir also mal an, ein Verlag hätte dir für deinen Insel-Liebesroman 4.500 € Vorschuss mit den üblichen Standard-Tantiemen angeboten.


Die Agentur aber weiß, dass Insel-Liebesromane stark gefragt werden und schafft es, den Vorschuss auf 8000€ zu erhöhen UND eine bessere Staffel bei den Tantiemen auszuhandeln sowie bessere Prozente bei den Nebenrechten.


→ In diesem Fall würdest du trotz 20 % Agenturanteil insgesamt deutlich mehr verdienen und hast bessere Zukunftsperspektiven.


2. Strategische Beratung für deine Buchprojekte


Agenturen reisen zu Buchmessen, verfolgen Marktbewegungen und stehen im direkten Austausch mit Programmleiterinnen, Verlagslektorinnen und Scouts. Sie wissen, welche Genres, Themen oder Stoffe gesucht werden und wo Trends entstehen.


Für Folgeprojekte ist dieses Marktwissen Gold wert. 👌


Wenn du bei einer Agentur unter Vertrag bist, kannst du deine Ideen frühzeitig besprechen und unter Umständen verhindern, dass du zu viel Zeit in ein Projekt steckst, das gerade keine guten Chancen am Markt hat.


Man kann sich austauschen über:


  • Passt das Projekt zum Genreprofil?


  • Ist die Idee marktfähig oder braucht sie eine stärkere Hook?


  • Wie positioniert man das Buch am besten?


Dadurch kann man verhindern, dass man ein Jahr lang an einem Projekt arbeitet, das am Markt keine Chance hat – was ziemlich schmerzhaft ist, wie einige von uns wissen.



3. Unterstützung bei Konflikten durch die literarische Agentur



Wenn man erstmal den heiß ersehnten Verlagsvertrag hat, könnte man meinen, dass ab dann alles easy ist. Schließlich wollen alle ein großartiges Buch verkaufen, das vielfach gekauft wird, oder?


Aber in der Praxis läuft nicht immer alles reibungslos. 😬


Unterschiedliche Vorstellungen über Titel, Cover, Marketingpläne oder Veröffentlichungstermine können zu Spannungen oder Enttäuschungen führen.


Für Debütant:innen ist es oft schwer, die eigene Position zu vertreten, die Verlage haben schließlich jahrelang Erfahrung, oder?


Auch hier kann eine Agentur helfen:


  • Sie kommuniziert für beide Seiten professionell, sachlich und vor allem ohne emotionale Verletzungen (Wir alle wissen, dass die Gefühle schon mal hochkochen können, wenn es um unsere Bücher geht)


  • Manchmal kann sie aus der Erfahrung heraus auch einen Perspektivwechsel ermöglichen


  • Sie verhandelt Kompromisse oder setzt Grenzen



Es kann für Autor:innen wirklich eine riesige Entlastung sein, wenn man Konflikte nicht mehr alleine durchstehen muss. 😅


Es gibt dabei nur ein Problem ...



Es ist verdammt schwierig ist, eine Agentur zu bekommen


Die Plätze sind leider sehr begrenzt. Das liegt nicht daran, dass Agenturen arrogant oder elitär wären, sondern daran, dass sie wirtschaftlich arbeiten müssen.


Eine Agentur verdient erst, wenn ein Verlag das Buch kauft. (Alles andere wären übrigens unseriöse Agenturen, von denen man die Finger lassen sollte.) Deshalb wählen sie die Projekte natürlich sehr sorgfältig aus und nehmen nur Stoffe an, an die sie wirklich glauben.


Entsprechend ist es fast genauso schwer, bei einer Agentur unterzukommen wie bei einem Verlag.


Deshalb ist ein überzeugendes Exposé so wichtig, denn dies entscheidet darüber ob du das Interrese der Agent:innen wecken kannst oder auf das nächste Projekt geklickt wird.


Falls du Unterstützung bei der Erstellung eines Exposés benötigst oder du für ein bestehendes Feedback einholen willst, stehe ich dir gerne zur Verfügung. Unter Angebote findest du mehr Infos.

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